Träumt nicht jeder davon, mehr Geld zu haben? Insbesondere in der aktuellen Zeit, in der Mieten und Lebenshaltungskosten rasant wachsen, die Gehälter aber leider nicht. Geldanlagen, spezifischer gesagt Aktien, sind hier eine Möglichkeit, sich diesen Wunsch auf mittlere oder lange Sicht zu erfüllen. Die Meinungen über Aktien jedoch gingen und gehen immer noch weit auseinander. Viele scheuen das Risiko und wiegeln mit Sätzen wie "Niemals, da verlier’ ich doch nur mein Geld!" ab.

Aktieninvestition

Inzwischen geht der Trend jedoch in die andere Richtung und auch Millennials - also junge Menschen, die zwischen den frühen 80er- und den späten 90er- Jahren geboren wurden - nehmen das Risiko plötzlich immer häufiger in Kauf. Sind Aktien vielleicht doch der richtige Weg, um sein Kapital nachhaltig wachsen zu lassen? In diesem Artikel werfen wir einen Blick darauf, ob es tatsächlich zu risikoreich ist, in Aktien zu investieren - oder ob die Investition in Aktien vielleicht doch erfolgversprechender ist, als angenommen - und geben Ihnen den einen oder anderen Aktientipp mit auf den Weg.

Warum in Aktien investieren?

Die Motive der Individuen für die Aktieninvestition sind unterschiedlich. Die einen reizt möglicherweise der Nervenkitzel, die anderen wollen schnell viel Geld machen. Einer der häufigsten Gründe für Aktieninvestition, gerade unter den jungen Leuten, dürfte jedoch das Thema der quasi nicht mehr vorhandenen Rente und der daraus resultierenden drohenden Altersarmut sein. Die gute Nachricht: Es ist noch nicht zu spät. Einige Jahre für eine langfristige Geldanlage in Aktien zur Vorbeugung dieses Problems haben junge Leute ja immerhin noch. Das Geld auf Sparbüchern oder Tagesgeldkonten zu parken war früher eine gute Sache, dank unterirdisch schlechter Verzinsung wirft dieses Vorgehen heute jedoch überhaupt keine Rendite mehr ab.

Doch die Wirtschaft wächst stetig und wird auch immer weiter wachsen - und mit ihr auch die Unternehmen und der Aktienmarkt. Auch Jobs im Finanz- und Börsensektor werden immer gefragter. Für alle, die in diesem Bereich Fuß fassen oder sich neuen Herausforderungen stellen möchten empfehlen wir unser Finance Recruitment.

Tatsächlich gelten Aktien langfristig gesehen als renditestärkste Anlagemöglichkeit. Sogar trotz Börsencrash und Weltwirtschaftskrise konnten Aktionäre, die ab dem Jahr 2003 in Aktien investierten, aus Ihrer langfristigen Investition (in diesem Fall betrug die Anlagedauer 15 Jahre, je 100 € mtl.) mit durchschnittlich 7,26 % immer noch eine vernünftige Rendite erzielen (Quelle: finanztip.de, Berechnungen auf MSCI World Net minus Verwaltungskosten, Stand: 09.05.2019). Aus dieser Sicht stehen die Zeichen diesbezüglich doch ganz klar auf 'GO!'.

Warum also nicht in Aktien investieren? Antwort: Weil das Geschäft mit den Aktien nun einmal mit gewissen Risiken verbunden ist. Aktienkurse schwanken und sind auf kurze bis mittlere Sicht absolut unmöglich vorhersehbar oder gar prognostizierbar. Wer schnell ans große Geld will, ist hier ganz klar falsch. Hier würde in etwa derselbe Effekt erzielt wie beim Zocken im Casino. Wer aber langfristig sein Geld gut angelegt sehen möchte und sich diesbezüglich informiert, wird feststellen, dass jede Variante, nicht nur die Investition in Aktien, ihre Risiken birgt. Eine Lösung ohne Risiken wäre ja auch zu schön, um wahr zu sein. Nicht umsonst heißt es "no pain, no gain" oder auch "no risk, no fun". Eine größtmögliche Rendite mit möglichst geringem Risiko ist allerdings gar nicht so unmöglich, wenn man mit offenen Augen an die Sache herangeht.

Was muss man beachten, wenn man in Aktien investieren möchte?

Auch wenn man jetzt am liebsten sofort lospreschen, Aktien kaufen und sein Geld nachhaltig mit guter Rendite vermehren möchte, ein Augenblick Geduld ist noch nötig. Bevor man beginnt, in Aktien zu investieren, sollten folgende Punkte geklärt bzw. gegeben sein:

  • Kann ich das Geld entbehren?
    Das Wichtigste gleich zu Beginn. Es ergibt keinen Sinn, Geld, das Sie nicht entbehren können oder welches Ihr monatliches Budget übersteigt, anlegen zu wollen. Gehen Sie keine finanziellen Belastungen ein, um in Aktien zu investieren. Die Gefahr einer Mehrfachbelastung durch Dispokredit, Darlehensrückzahlungen, etc. ist viel zu hoch und kann den Traum von der Geldanlage ganz schnell in ein schwarzes Loch verwandeln.
  • Habe ich Puffer für unerwartete Ausgaben?
    Was wenn unerwartet das Auto teure Reparaturen erfordert, wenn die Waschmaschine plötzlich den Geist aufgibt oder ähnliches ein Loch in die Kasse reißt? Ist man in solchen Fällen gezwungen, die langfristig angelegten Aktien gleich wieder zu verkaufen, sind Geldanlagen im Allgemeinen für den Moment keine gute Wahl.
  • Wie viel Risiko kann und will ich eingehen?
    Eine wichtige Frage. Der Hintergrund dieser liegt auch in der Anlagesumme. Man möchte wohl kaum das Risiko eingehen, alles zu verlieren. Die Tatsache, dass die Aktienkurse so sehr schwanken und genauso schnell an Wert gewinnen wie verlieren können, erfordert auch starke Nerven. Kann man cool bleiben, wenn im Depot plötzlich nur noch rote Zahlen stehen? Wie viel Verlust kann man ohne große Konsequenzen riskieren?
  • Welche Pläne habe ich mit dem Geld?
    Davon ausgehend, dass man keine Schulden zu begleichen hat und das Geld tatsächlich entbehren kann, sollte man sich einen Augenblick Zeit nehmen und darüber nachdenken, welchem Ziel die Anlage des Geldes untergeordnet ist. Will man sich in ein paar Jahren einen kleinen Lebenstraum erfüllen? Oder geht es doch darum, für den Lebensabend vernünftig vorzusorgen? Danach richtet sich natürlich auch die Anlagedauer.
  • Depot für den Aktienkauf
    Sind alle grundlegenden Fragen geklärt, kommt der nächste Schritt: Die Anschaffung eines Aktiendepots. Hierzu lohnt es sich, Angebote zu vergleichen. Orderprovisionen und Depotführungsgebühren können ganz schön ins Geld gehen. Wenn man ein wenig sucht, findet man jedoch auch Angebote mit kostenloser Kontoführung und niedrigen Orderprovisionen.
  • Über Aktien und Handelsplätze informieren
    Das Depot ist startklar. Nun stehen einige Recherchen über die Unternehmen an, in die man investieren könnte. Sich dabei an den erfolgreichen bekannten Investoren zu orientieren, schadet nicht. Auch ist es ratsam, hierbei nach dem Geschäftsmodell der emittierenden Unternehmen und weniger nach teuer oder billig zu gehen. Nachhaltige Geschäftsmodelle zahlen sich hier aus. Stehen die zu kaufenden Anteile fest, steht die Entscheidung an, über welche Börse diese gekauft werden sollen. Zur Auswahl stehen die Börse Frankfurt, das XETRA-System der selbigen sowie mehrere Regionalbörsen (Berlin, Hamburg, Düsseldorf u.v.m.). Alternativ können einige Aktien mittlerweile auch via außerbörslichem Direkthandel ge-/verkauft und Börsengebühren und Maklerprovision somit eingespart werden.
  • Risiko so breit wie möglich streuen
    Es gibt verschiedene Anlageklassen mit unterschiedlichen Chance-/Risikoverhältnissen. Hier gibt es wiederum sicherheitsorientierte und risikobehaftete Anlagevarianten. Es empfiehlt sich, in beide Varianten zu investieren. Mehr Risiko bedeutet zwar schneller höhere Renditen, dafür aber im schlimmsten Falle auch höhere Verluste. Alles auf eine Karte zu setzen bewährt sich auch hier nur selten.

Wenn diese grundlegenden Fragen alle geklärt sind, geht es weiter mit dem nächsten Schritt, nämlich der Frage nach dem ‚wie viel‘.

Wie viel sollte man in Aktien investieren?

Eine Frage, die man nicht pauschal beantworten kann. So viel sei aber vorweggenommen: Es ist nicht nötig sofort einen riesigen Batzen Geld in die Schlangengrube zu werfen - ganz davon abgesehen, dass gerade unter den jungen Leuten der große Reichtum ohnehin noch nicht eingetreten ist. Dafür gibt es aber sogenannte Aktienfonds-Sparpläne. Hier zahlt der Sparer monatlich einen bestimmten Betrag in den von ihm ausgewählten Fonds ein. Meist geht das schon ab 50 € monatlich, die dann vom Girokonto abgebucht und angelegt werden. Wer sich eine gute Übersicht über seine Einkünfte und Ausgaben gemacht hat und regelmäßige Überschüsse erwirtschaftet, kann diese Frage für sich selbst recht schnell beantworten.

Tipps zur richtigen Geldanlage

Ob Ihr Kapital wächst oder stagniert, hängt nicht zuletzt auch von Ihren Entscheidungen und Ihrer Risikobereitschaft ab. Kurzfristig mit Aktien große Renditen erzielen zu wollen, kommt dem Zocken im Casino gleich. Für langfristige ordentliche Renditen machen Aktien aber einen soliden Eindruck. Einen perfekten Einstiegszeitpunkt gibt es hier nicht - abgesehen davon, dass auch hier der frühe Anlegervogel sein Wurmkapital am höchsten aufstocken kann, wenn er 10, 20, 30 oder auch 40 Jahre Zeit einplanen kann.

Neue Technologien und Innovationen werden die Wirtschaft weiter wachsen lassen, die aktuellen Trends (Digitalisierung, Mobilität, künstliche Intelligenz u.v.m.) werden einen enormen Umschwung, neue Produkte und ganz neue Möglichkeiten in unser Leben bringen. Börsencrashs bedeuten längst nicht mehr den Verlust der Anlagen, sobald sie überstanden (bzw. ausgesessen) sind, wird die Vermehrung des angelegten Kapitals weitergehen und vielleicht sogar noch an Fahrt aufnehmen.

Fazit

Und nun die Antwort auf die Leitfrage dieses Artikels: Sind Aktienkäufe zu risikoreich oder vielleicht doch ein Erfolgsgarant? Der Aktienmarkt wirkt erstmal wie ein gigantischer Dschungel. Hat man sich aber einmal grundlegend mit diesem beschäftigt und einen Einblick in die Materie gewonnen, erweisen sich Aktien für langfristige Geldanlagen als äußerst renditestark. Sie als Erfolgsgarant zu bezeichnen ist vielleicht etwas zu optimistisch, doch sie sind eine sehr gute Möglichkeit, das Geld im Hintergrund für sich arbeiten zu lassen. Definitiv hängt der Erfolg von Ihren Entscheidungen und der in Aktien investierten Summe ab. Wer geschickt vorgeht, kann aber für spätere Jahre gut vorsorgen.

Die Devise: Augen auf im Aktienverkehr! Eine gute Basis mit Depots und Handelsplätzen schaffen und ein scharfes Auge auf Verwaltungskosten, Provisionen und Depotführungsgebühren werfen, um keine allzu großen Einbußen zu riskieren. Dann einfach ganz entspannt zurücklehnen, cool bleiben und das Kapital wachsen lassen.

 

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